Attac Campus

Bildungsstreikdemo 2009 in Bielefeld

Vom Sommersemester 2010 bis Sommersemester 2014 gab es in Bielefeld auch eine Attac Campusgruppe, d.h. eine Attac Gruppe an der Universität Bielefeld.

Bildungspolitik war ein Thema der Campusgruppe, aber nicht nur. Sie beschäftigte sich auch mit allgemeiner Globalisierungskritik, Ernährung, Finanzmärkten und machte allerlei Aktionen. 

Ehemaliger Gruppen-Flyer

Flyer der Hochschulgruppe

Aktionen von Attac Campus Bielefeld

Kurze (unvollständige) Auflistung der Aktionen und Veranstaltungen, an welchen Attac Campus Bielefeld beteiligt bzw organisiert hat.:

09.07.2012 - Gegen Polizeigewalt und Repression

Am 9.07 2012 hat Attac Campus einen Vortrag von Holger Isabelle Jänicke über "Blockupy and Beyond: Staatliche Repression und Demokratie" organisiert. Als Aufhänger ging es um das Verbot der Blockupy-Aktionstage, welches  eines der Beispiele für die zunehmende staatliche Repression von Protesten ist. Während der drei Aktionstage wurde jegliche Art von Versammlung bis hin zu Hochzeiten untersagt. Durchgesetzt wurde das Verbot von einem Aufgebot von über 8000 Polizist_innen mit Prügeln und willkürlichen Ingewahrsamnahmen von 1430 Personen, die sich in der Sperrzone (die gesamte Innenstadt) aufhielten, oder sich auch nur in Richtung derselben bewegten. Die Gefangenen wurden weder über Grund noch über die Dauer ihrer Ingewahrsamnahme informiert, das Recht auf Kontaktierung eine_r Anwält_in wurde ihnen verwehrt. Die Verbotsorgie in Frankfurt gehört zu den größten in der Geschichte der BRD, ein Einzelfall ist sie jedoch bei weitem nicht. Deshalb wird sich Holger Isabelle Jänicke die Ereignisse von Blockupy zum Ausgangspunkt nehmen, um über Ausmaß und Hintergründe von staatlicher Repression in Deutschland zu berichten und zusammen mit uns Ideen zu entwickeln, wie wir uns dagegen wehren können. Denn eines steht fest: Das Verbieten und Niederprügeln von Protesten kann sich nicht demokratisch nennen. Holger Isabelle ist kein Jurist, aber wie Recht in diesem Land funktioniert, weiß er trotzdem ziemlich genau. Er hat es auf der Straße gelernt, auf Polizeiwachen, in Gerichtssälen und im Gefängnis, bei 25 Verwaltungsgerichtsverfahren, 35 Strafverfahren, etwa 16 Monaten im Gefängnis und bei ca. 40 Verfahren als Rechtsbeistand. Er gibt seit vielen Jahren juristische Beratung für gewaltfreie Aktivist_innen.

Bericht von Blockupy Frankfurt vom 16-19.05.2012

Ungefähr 8000 vermummte, gewaltbereite Polizist_innen demonstrierten von Mittwoch bis Samstag in Frankfurt a.M. gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit und für eine marktkonforme Demokratie. Sie waren dem Aufruf der als reaktionär eingestuften Organisation "Hessisches Innenministerium" gefolgt, das unter dem Motto "Mehr Technokratie wagen" dazu aufrief, die Frankfurter Innenstadt zur demokratiefreien Sonderfinanzzone zu machen und die Größte Demo-Verbots-Orgie in der Geschichte der BRD bewirkt hatte. An den verschiedensten Orten errichteten die Vermummten zum Unmut der Anwohner_innen Barrikaden, mit denen sie das Bankenviertel und zeitweise die komplette Innenstadt lahmlegten. Dadurch überschatteten sie die an diesen Tagen stattfindenden Blockupy-Demonstrationen gegen Spardiktat und Kapitalismus, auf die es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen kam. So lauerten sie den Kapitalismuskritiker_innen schon bei deren Anreise auf: Ganze Busse wurden vor ihrer Ankunft in Frankfurt aus dem Verkehr gezogen. Die Insassen wurden sofort in Gewahrsam genommen, ihr Gepäck wurde gefilzt und sie selbst wurden Körperkontrollen unterzogen. Am Ende der Prozedur wurde ihnen pauschal ein Platzverweis bis Sonntag für die komplette Frankfurter Innenstadt erteilt. Demonstrierenden, die in Zügen anreisten, ging es ähnlich, sogar private PKWs wurden abgefangen. Die Mühe, dieses Vorgehen gegenüber den Betroffenen zu erklären, machte sich die Polizei nicht. Potentielle Anlaufstellen für Demonstrierende wurden von Polizist_innen umzingelt, die Uni, die für die komplette Zeit geschlossen war, wurde zur "Gefahrenzone" erklärt. Während der kompletten vier Tage patrouillierte die Polizei durch die Stadt und hielt "verdächtige" Gruppen von mehr als vier Personen an, durchsuchte sie und nahm Personalien auf. Trotzdem gelang es den Kapitalismuskritiker_innen am Donnerstag immer wieder, kreative und bunte Aktionen durchzuführen. Auf dem Römerplatz (Rathaus) wurden sogar einige Zelte aufgebaut und es kam zu spontanen Musikeinlagen. Kurz darauf wurde der Platz, genau wie andere zuvor, von der Polizei eingekesselt, die Demonstrierenden wurden weggeschleift, Zelte zerfetzt. Am Freitagmorgen zog eine Gruppe von ungefähr 1500 Personen, der es gelungen war, sich zu versammeln, in Richtung Bankenviertel. Die grünblau Vermummten Gegendemonstrant_innen waren offensichtlich überrascht, aber als sie sich gesammelt hatten, jagten sie die Kapitalismuskritiker_innen mit Schlagstöcken von den Straßen, kesselten kleinere Gruppen ein und nahmen insgesamt 1430 Personen in Gewahrsam. Um lästigen rechtlichen Auflagen zu entgehen wurden die meisten Gefangenen jedoch nicht in Gefangenensammelstellen gebracht, sondern in Busse gepfercht und für fünf Stunden vor dem Polizeipräsidium abgestellt. Das Recht auf Kontaktierung eine_r Anwält_in wurde ihnen verwehrt. Danach erhielten auch sie Platzverweise für die komplette Innenstadt. Gleichzeitig gesellten sich jedoch einige hundert Kapitalismuskritiker_innen zu den eintönigen Polizeiblockaden vor der Europäischen Zentralbank um diese etwas bunter zu gestalten. Die Polizei wollte sie jedoch nicht mitblockieren lassen und fuhr Wasserwerfer auf. Am Samstag zogen ungefähr 30.000 Demonstrierende aus ganz Europa durch die Stadt. Die Polizei versuchte auch diese Demonstration, die als einzige "genehmigt" worden war, zu behindern, indem sie sich zwischen die Demonstrierenden drängte. Diese hatten jedoch schon in den vergangenen Tagen geübt, deeskalierend auf die grünblau Vermummten einzuwirken und sich nicht provozieren zu lassen. So blieb alles friedlich. Am Ende wurde klar, dass sich Polizei, Politiker_innen und rechte Medien mit den von ihnen an die Wand gemalten Horrorbildern von "gewaltbereiten Chaoten" bis auf die Knochen blamiert hatten. Keines ihrer behaupteten Szenarien war eingetreten und die einzigen Beeinträchtigungen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gingen von der martialisch auftretenden Polizei aus. Die Aktivist_innen des Blockupy Bündnisses haben friedvoll Widerstand gegen ein Krisenregime geleistet, das Millionen Menschen in vielen Ländern Europas in Not und Elend stürzt. Sie haben sich dem Versuch widersetzt, mit nationalistischen Parolen die Beschäftigten, die Erwerbslosen, die Prekären in Deutschland und Griechenland, in Italien und Frankreich oder in anderen Ländern gegeneinander aufzuhetzen. Sie haben ein Zeichen der Solidarität mit allen Menschen und Bewegungen gesetzt, die sich auf der ganzen Welt gegen die Angriffe auf ihr Leben und ihre Zukunft wehren.

Besichtigung des Tönnies Fleischwerkes im Januar 2012

Der damalige Einladungsflyer:

Ob Fleischesser/in oder Vegetarier/in, wir möchten Euch die Möglichkeit bieten das modernste Fleischwerk Europas zu besichtigen. Die Führung startet bei der Verpackung des Fleischs und von dort geht es rückwärts durch die gesamte Produktion, bis zum lebenden Schwein.

Die Führung dauert etwa zwei Stunden. Wir weisen darauf hin, dass die Führung nicht abgebrochen werden kann und Ihr euch darüber im klaren sein müsst, dass wir dort sehen werden, wie Tiere getötet werden und uns ungewohnte Anblicke und Gerüche erwarten.

Anschließend gibt es bei einer Besprechung einen kleinen Snack.

Da wir dem Unternehmen vorher eine Teilnehmerliste aushändigen müssen, bitten wir Euch, eine kurze verbindliche Anmeldung an


zu senden und Eure Ausweise mitzunehmen.

Bitte kommt pünktlich, da wir gemeinsam mit Bus und Bahn nach Rheda fahren werden.

Ablauf der Betriebsführung

  • Anmeldung an der Zentralpforte
  • Ausweiskontrolle: Bitte bringen Sie Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass mit.
  • Weiterleitung zum Besucherempfang
  • Begrüßung im Schulungsraum
  • llgemeine Informationen und Hinweis auf die Hygienerichtlinien für Besucher Einkleidung (Hose, Kittel, Schuhe bzw. Stiefel, Haarnetz)
  • Betriebsrundgang
  • Abschlussgespräch im Schulungsraum

24.11.2011 - Pressmitteilung zum Protest gegen die <perspektive>-Jobmesse an der Uni Bielefeld von attac Campus

Bei der Jobmesse <perspektive>, die am 24.11.2011 in der Unihalle stattfand, führte die attac-Hochschulgruppe verschiedene kritische Aktionen durch. Im Anschluss daran versuchten wir unsere Kritikpunkte den Veranstaltern deutlich zu machen, wurden jedoch darauf verwiesen dies doch lieber schriftlich zu tun. Dieser Bitte kommen wir natürlich gerne in folgendem offenen Brief an Carreer Service und Rektorat nach: Zunächst ist uns wichtig klarzustellen, dass unsere Aktion bei der <perspektive> keine isolierte Kritik an dieser Veranstaltung ist. Unsere Kritik gilt weder den Studierenden, die sich bei der <perspektive> den Unternehmen feilbieten noch den Angestellten dieser Unternehmen, die sie begutachten wie die Ware in einem Marktstand. Genauso wenig gilt sie Ihnen als Organisatoren dieses Marktes. Unsere Kritik gilt den scheinbaren Sachzwängen, denen sich alle Beteiligten kritiklos beugen. Unter der Grundannahme, das Studium sei eine Ausbildung für die zwangsläufig darauffolgende Erwerbsarbeit, kann die Veranstaltung einer Jobmesse in der Unihalle sogar als eine Wohltat für die Studierenden gesehen werden. Denn durch die Überwindung der räumlichen und strukturellen Distanz zwischen Universität und Unternehmen ermöglicht sie einen nahtlosen und bequemen Übergang von der Ausbildung zur Erwerbsarbeit. Wie Sie sich nun vermutlich bereits denken können, teilen wir diese Grundannahme nicht. Die Bildung, die wir fordern, ist keine Ausbildung. Jeden Tag sehen und fühlen wir, dass in dieser Gesellschaft viele Dinge grundlegend falsch laufen und, dass dies fatale Konsequenzen für alles Leben auf diesem Planeten hat. Eine zentrale Verantwortung, der eine Universität nachkommen sollte, ist destruktive Strukturen ausfindig zu machen und Strategien für ihre Überwindung zu erarbeiten. Dazu müsste die Universität zum kritischen Denken anregen und sich nicht den Sachzwängen eben jener destruktiven Strukturen unterwerfen. Eine als Ausbildungsstätte verstandene Universität kann das jedoch nicht leisten. Denn Ausbildung besteht ja gerade aus einer Anpassung an die gegebenen (wirtschaftlichen) Strukturen und der Hervorbringung der in diesen Strukturen erforderlichen Eigenschaften. Durch Ausbildung wird mensch also zum Teil eines destruktiven Systems von sozialen Gegensätzen, Konkurrenzdenken und Verwertbarkeitslogik, um nur einige Aspekte zu nennen. Dieses System wird dominiert von einer Wirtschaft, die nicht nur die Ressourcen dieses Planeten, sondern auch immer mehr Bereiche des menschlichen Lebens verschlingt. Die Veranstaltung einer Jobmesse in der Unihalle ist Ausdruck dieser Dominanz der Wirtschaft, hier über Wissenschaft und Bildung. Sie zeigt sich darin, dass die Veranstalter die Unihalle als "Markthalle" verstehen (so wörtlich auf ihrer Homepage). Sie zeigt sich auch darin, dass die Jobmesse direkt in der Universität stattfindet und nicht etwa in von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten, die aufzusuchen allen Studierenden freigestellt wäre. Diese Invasivität verdeutlicht, wie selbstverständlich angenommen wird, die Zukunfts-<perspektive> der Studierenden beschränke sich auf Erwerbsarbeit. Wir finden, das ist eine traurige <perspektive>.

Mai bis Juni 2011 - AtomKraftWaffen

Uran ist der wundersame Stoff, aus dem die Energie der deutschen Atomkraftwerke gewonnen wird. Aber woher kommt das Uran eigentlich? Was geschieht in den Atomkraftwerken? Und was passiert mit dem Uranmüll? Diese drei Leitfragen waren je Thema eines Vortrags der Reihe "AtomKraftWaffen", die dargestellt hat, wie die vermeintlich zivile Nutzung der Atomkraft doch mit Militärtechnik zu tun hat und die Zivilbevölkerung in aller Welt gefährdet.

Die Themen der Vortragsreihe wurden auch in anderen Kontexten noch einmal wiederholt:

  1. Teil 1 (Wo Uran herkommt): "Uranbergbau - das Ausmaß und die Folgen": Präsentationsfolien und YouTube-Video von der Wiederholung am 12.10.2011 in Gütersloh
  2. Teil 2 (Über die Zusammenhänge von Atomkraftwerken und Atomwaffen): "Fukushima und Hiroshima - Zwei untrennbare Seiten der atomaren Bedrohung"Präsentationsfolien der Wiederholung auf dem Kongress "Friedenskultur 2012" am 12.05.2012 in Essen
  3. Teil 3 (Die Entsorgung des Uranmülls als Uranmunition): "Depleted Uranium Ammunition - Anatomy of a Super Weapon" (engl.): Präsentationsfolien der Wiederholung auf dem europäischen Studierendenkongress der IPPNW am 13.04 2012 in Berlin
    und "Abgereichertes Uran - Abfall und Waffe zugleich": Präsentationsfolien der Wiederholung auf der IPPNW-Mitgliederakademie am 26.08.2011 in Kassel

Unterstützung der Initiative gegen Abschiebungen 2010

Dezember 2010: Attac Campus unterstuetzt die Initiative Alle bleiben

Aktionen gegen Studiengebühren 2009

Aktionen gegen die von Schwarz-Gelb eingeführten (und von Rot-Grün wieder abgeschafften) Studiengebühren:

NW-Bericht über den Bildungsstreik in Bielefeld am 9.06.2009

Blog der Besetzerinnen: Audimax der Uni besetz vom 12.11.2009 

Impressionen vom Bildungsstreik am 17.06.2009 von einem Attacie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NEUIGKEITEN

15.07. - Bericht über die Annahme des Antrages "Sicherer Hafen Bielefeld" mehr

20.06. - Bericht vom Protest gegen den Tag der Bundeswehr in Augustdorf mehr

23.05. - Kurzer Eindruck von der Demo "Ein Europa für Alle" mehr

TERMINE

24.07
BI: Plenum/OffenerTreff von Attac Bielefeld um 19:45 in der Bürgerwache mehr

25.07
BI: Vortrag 'In Gaza Leben' mehr

31.07 - 04.08
Bochum: Attac Sommerakademie mehr

10.08
BI: Abschluss der Friedensfahrradtour NRW  mehr

22.08
BI: Plenum/OffenerTreff von Attac Bielefeld um 19:45 in der Bürgerwache mehr

23.08
Plenum von Attac Herford um 19 Uhr im HudL mehr

31.08
Büren: Demo gegen den Abschiebeknast mehr

01.09
HF:Kundgebung zum Antkriegstag auf dem Alten Markt  mehr